Oje, Fieberkrampf.

Ich möchte euch mit diesem Artikel teilhaben lassen an meinem Familienleben. Ich habe zwei Söhne (4 und 2) die mir so einiges abverlangen. Chaos, Lärm und Streit, sind mein Alltag. Doch die schönen Momente wiegen das alles wieder auf. Kuschelzeiten, Umarmungen und „Hab dich lieb, Mama“ lassen vieles wieder vergessen. Das gibt mir Energie für die nächsten Herausvorderungen.

Eine davon ist, dass mein Jüngster seit einem Jahr regelmäßig bei hohem Fieber krampft. Angefangen hat das Ganze schon sehr früh, kurz nach seinem 1. Geburtstag. Es gab schon vorher Anzeichen dafür. Ich habe beobachtet das er bei Fieber, ab ca. 39 Grad, leichte Zuckungen hatte. Ähnlich wie die Zuckungen beim Einschlafen. Nur diese haben ihn selbst erschreckt und er musste immer weinen danach. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Henrik sensibler ist und dass es vielleicht einmal zu einem Krampf kommen kann. Ich habe mich dann auch etwas damit auseinander gesetzt, was zu tun ist und wie man als Eltern darauf reagieren soll. Habe im Internet recherchiert, mit meinem Arzt darüber gesprochen. Leider kann dich nichts wirklich darauf vorbereiten!

Als Henrik das Erste mal einen Krampf hatte, wusste ich zwar dass es ein Fieberkrampf sein muss, aber trotzdem habe ich total panisch reagiert. Ich habe ihn geschnappt und bin, völlig von den Socken, zu meinem Onkel gelaufen, der im oberen Stock unseres Hauses wohnt. Dann ist er auch noch blau angelaufen, weil die Atmung nur noch stoßweise, im Rhythmus des Krampfes ging. Da erschreckt man natürlich. Wir haben dann die Rettung angerufen, die mir über das Telefon Anweisungen gegeben hat. Der nette Herr am Telefon hat sich auch immer wieder nach dem Zustand des Kindes erkundigt und konnte so erkennen das der Krampf sich langsam löste. Somit hat er mir die Angst etwas genommen und mich sicherer im Umgang damit gemacht. Henrik ist nachher völlig erschöpft eingeschlafen. Mit der Rettung ging es dann ab ins Krankenhaus. Die übliche Aufnahmeprozedur, Fragen über Fragen von einer jungen Ärztin, unnötige Kommentare dazu, dass wir uns gegen das Impfen entschieden haben und lange Wartezeiten, bis wir endlich Ruhe hatten und ein Zimmer zugewiesen bekamen. Die Kinderärzte sind ja nett und zuvorkommend, aber dieser ganze Krankenhausapparat geht mir einfach auf die Nerven. Dann Fieber senken und beobachten was passiert, hat er einen Infekt oder nicht? 1 Tag fieberfrei sein, dann darfst du wieder nach Hause. Freude bei mir, endlich raus! Dem Kind geht es gut, er ist wieder ganz der Alte.

Leider wiederholte sich das nur einen Monat später. Dieses mal war der Krampf anders. Henrik krampfte nicht so wie man sich einen Krampf vorstellt, sondern er war total schlaff und weggetreten. Hätte ich ihn nicht in meinen Armen gehalten, wäre es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen das er Krampft. Er hatte die Augen verdreht und hat nur mit einer Hand leicht gezuckt. Ansonsten war er total ohne Muskelspannung. Rettung anrufen, wieder Krankenhaus, die selbe Prozedur. Nur dieses mal waren wir über eine Woche im Krankenhaus, da er eine schwere Bronchitis ausbrütete.

Seit dem krampft er fast immer wenn er zu hoch fiebert. Die Ärzte haben mir geraten das Fieber großzügig zu senken, dh. ab 38,5 Grad. Das habe ich zuerst auch so beherzigt aber auf Dauer schien mir das nicht gut. Henrik fiebert im Gegensatz zu Ramon immer sehr schnell auf über 39 Grad. So ist jedes Kind anders. Fieber ist ja an sich nichts schlechtes, wenn es nicht zu hoch und zu lange dauert. Ich habe gelernt mich einfach auf mein Bauchgefühl zu verlassen. Wenn ich ihn beobachte und sehe das Fieber nimmt ihn zu sehr mit, er hat zum Beispiel wieder diese Schüttelanzeichen, dann gebe ich ihm fiebersenkende Mittel. Wenn er stabil scheint lasse ich ihn selbst ausfiebern. Mittlerweile bin ich ein alter Fuchs 😉 und wir fahren nicht mehr ins Krankenhaus wenn er einen Fieberkrampf hatte. Eine Nachkontrolle beim Kinderarzt tut es auch. Das ist mit viel weniger Stress verbunden wie ein Krankenhausaufenthalt. Für mich und für den Kleinen.

Natürlich haben wir eine Hirnstrommessung (EEG) vorgenommen, um eine Epilepsie auszuschließen. Es scheint doch unüblich, dass Kinder soviel Krampfanfälle in so kurzer Zeit haben (in einem Jahr 5). Henrik ist aber ganz gesund und zeigt keine Auffälligkeiten. Ich kann euch beruhigen, Fieberkrämpfe sind ungefährlich und schmerzlos. Sie sehen zwar spektakulär aus, schaden dem Kind aber nicht. Grund dafür ist der schnelle Fieber-An oder auch -Abstieg. Es wurde auch ein genetischer Zusammenhang festgestellt. Dh. es kann in der Familie liegen.

Was tun bei einem Fieberkrampf?

  • Achte darauf das der Mund frei ist, Schnuller entfernen ect.
  • Halte das Kind in Fliegerstellung oder in der stabilen Seitenlage, so kann Speichel abfließen
  • behalten Ruhe, sprich mit dem Kind, gib ihm Körperkontakt, sei da!
  • behalte die Uhr im Auge, länger wie 10 Minuten sollte ein Krampf nicht dauern
  • rufe den Notarzt wenn nötig, (beim Ersten mal)
  • Kleidung lockern, um die Atmung zu erleichtern
  • Abwarten

Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und bin nicht mehr so schreckhaft wenn es passiert. Ich lernte damit umzugehen und hoffe das es sich auswächst. Mein Arzt sagte mir mit 2 Jahren ist meist der Höhepunkt erreicht, dann sollte es besser werden. Wir werden sehen wie sich Henrik entscheidet. Bis dahin heißt es für mich: Stay cool!

hierro 5. Tag_7

Hast du Erfahrungen mit Fieberkrampf? Was tust du dagegen oder vorbeugend? Gibt es Tipps wie ich mein Kind dabei unterstützen kann? Schreib dazu in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf dein Feedback.

Mehr Info zum Fieberkrampf hier.

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